Sind Unternehmen sozial? Ja, immer!

W. Arndt BertelsmannWas auf den ersten Blick eine Provokation ist, lässt sich leicht erklären. Ein Unternehmen ist immer dazu da, Produkte oder Dienstleistungen zur erstellen bzw. anzubieten. Es befriedigt also den Bedarf von Konsumenten, anderer Unternehmen oder des Staates. Dazu setzt es Ressourcen ein – Arbeitskraft, Material, Energie und Kapital. Es schafft somit Arbeitsplätze, und wenn es nur die Unternehmerin selbst ist. Wenn ein Unternehmen keinen Bedarf deckt oder die Ressourcen nicht sinnvoll einsetzt, sollte es schließen. Denn dann wäre der Fortbestand eine Verschwendung von Ressourcen.
Die Arbeitgeberperspektive von W. Arndt Bertelsmann

Hinzu kommt, dass wirtschaftlich arbeitende Unternehmen einen Gewinn erzielen, der als Besteuerungsgrundlage dient. So werden je nach Unternehmensform das Unternehmen oder die Anteilseigner steuerpflichtig. Wenn Steuerpflichtige legale Wege finden, wenig Steuern zu zahlen, kann die Politik die Regeln ändern. Unter dem steuerlichen Aspekt sind gemeinnützige Unternehmen nicht sozial, da sie keine Steuern zahlen.

Nun könnte man auf das schmale Brett geraten, dass es außer Steuergesetzen keine weiteren Regeln bräuchte, da den Rest der Markt regelt. Doch schon die Existenz und das Zusammenspiel von Unternehmen bedürfen der Regelung (z. B. Handelsrecht, Wettbewerbsrecht, Kartellrecht). Auch der Arbeitsmarkt würde ohne Regeln nicht funktionieren, weil die „Marktmacht“ ungleich verteilt ist. Hinzu kommen die sozialen Sicherungssysteme, der Verbraucherschutz und andere Regeln. Hier gibt es einen sozialen Zwang im Sinne der sozialen Marktwirtschaft.

Soziales Nullsummenspiel

Für Unternehmen stellt sich die Frage, inwieweit sie über die vielen gesetzlichen Regelungen hinaus Aufwand betreiben können, um „noch sozialer“ zu sein. Sie können durch zusätzliche Leistungen attraktiver sein für Mitarbeitende, um sie zu halten oder zu motivieren. Sie können gesellschaftlich engagiert sein, um attraktiver für Kunden oder andere Gruppen zu sein. Das ist lobenswert, doch steigert das den (Spenden-) Aufwand und senkt damit den Gewinn und damit die Steuern. Letzteres ist ein soziales Nullsummenspiel, abgesehen von den schönen individuellen Akzenten des Engagements.

Unternehmen sind also immer sozial, solange sie vermarktbare Leistungen anbieten und sich an die Gesetze halten. Nur noch zu einem kleinen Teil sind manche Unternehmen „sozialer“ als andere und das ist sicherlich ein ganz erfreuliches I-Tüpfelchen.

W. Arndt Bertelsmann, Familienunternehmer in Bielefeld, ist Geschäftsführender Gesellschafter im W. Bertelsmann Verlag

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