Gott sei Dank, es ist Sonntag!

Der Sonntag ist ein Geschenk. Das Wort »Sonntag« ist schon ein verheißungsvolles Geschenkpapier: Da ist etwas Gutes und lebenswichtiges drin. Die Vorfreude auf dieses Geschenk lässt manchen erst die harte Arbeits- oder Schulwoche überstehen. Von Michael Hopf

Arbeit, Hektik und Stress - Sonntagsshopping.

Arbeit, Hektik und Stress – Sonntagsshopping statt Sonntagsruhe.

Arbeitsfrei, schöpferische Ruhe, Zeit für Gott, für Familie, für Sport und anderes, was sonst nicht geht. Alles das befindet sich in dem Geschenkpaket namens »Sonntag«. Gesetzlich festgeschrieben ist es auch: »Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.«

Gedenken an die Auferstehung Jesu

Selbstverständlich ist das nicht – ein langer Weg bis zur heutigen Sonntagsregelung – Irrungen und Wirrungen wie etwa eine frühere Gottesdienstpflicht eingeschlossen. Ihren Ursprung hat die Sonntagsruhe vor über 1600 Jahren. Da haben Kaiser und Papst den Sonntag als wöchentlichen Ruhetag zum Gedenken an die Auferstehung Jesu für alle Christen festgesetzt. Später musste die Sonntagsruhe dann immer wieder wirtschaftlichen Interessen abgetrotzt werden.

Ursprünglich verdankt sich der Sonntag über seine Ableitung vom jüdischen Sabbat der biblischen Schöpfungsgeschichte: Gott hat die Welt und das Leben geschaffen, ruht am siebten Tag aus und gibt sich ganz der Betrachtung seines Schöpfungswerks hin. Das sollen wir auch.

„Wer den Sonntag zum Alltag werden lässt, bekommt automatisch ein anderes Paket…“

Der Sonntag ist ein Geschenk. Und Geschenke kann man annehmen oder ablehnen. Ein leichtfertiger Umgang mit der Sonntagsregelung lässt sich bei manchen Anforderungen der Arbeitswelt und bei der Diskussion um die Ladenöffnungszeiten erleben. Das ist eine Ablehnung des einzigartigen Geschenks mit allem Inhalt. Wer den Sonntag zum Alltag werden lässt, bekommt automatisch ein anderes Paket: Arbeit, Hektik und Stress.

Ein guter Ausgleich zum Arbeiten ist aber nötig, und Menschen ohne Balance zwischen Arbeit und Leben geraten bekanntlich aus der Spur.

Also: Geschenk annehmen!

Ach ja, für ein Geschenk bedankt man sich natürlich auch: Gott sei Dank, es ist Sonntag.

 

Pfarrer Michael Hopf ist Öffentlichkeitsreferent im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg

 

Ein Gedanke zu „Gott sei Dank, es ist Sonntag!

  1. Arndt Bertelsmann

    Lieber Herr Hopf,
    gerne stimme ich Ihnen zu, dass Ruhephasen unbedingt sein müssen. Auch stimme ich Ihnen zu, dass nach christlichem Verständnis der Sonntag eine solche Ruhephase sein sollte. Aber Sie selbst arbeiten als Pfarrer am Sonntag, wie viele andere Menschen auch. Daher finde ich es ziemlich schräg, wenn Sie einen Gegensatz zwischen Arbeit und Leben erwähnen. In wohlverstandenem Sinne sollte Arbeit ein Teil des Lebens sein; es ist die Arbeit im Weinberg des Herrn. Fragen Sie mal Arbeitslose! Die spüren die Missbalance zwischen Wertschöpfung und Wertverzehr – also von Almosen leben zu müssen. Arbeit muss nicht Erwerbstätigkeit sein, sondern kann auch ehrenamtlich geschehen. Vielleicht ist sogar die Kombination der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. Dazu ein Gedanke von mir: „Glückliches Leben ist, den Unterschied zwischen Freude und Vergnügen zu kennen und zu leben.“
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein glückliches Leben
    Arndt Bertelsmann

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