Inklusion tut gut!

 

Die sind richtig mittendrin! Bild: Shutterstock.com/Olesia Bilke

Die sind richtig mittendrin! Bild: Shutterstock.com/Olesia Bilke

Meine Freundin Sabine ist Lehrerin am Gymnasium. Das Gymnasium ist seit einem Jahr Inklusionsgymnasium.

Als Sabine und ich letztes Jahr vor den Sommerferien miteinander telefonierten, sagte sie: „Weiß auch noch nicht, wie das funktionieren soll mit der Inklusion an unserer Schule. Stell ich mir schon schwierig vor. Na ja, warten wir´s mal ab!“

Auch ich war skeptisch. Inklusion, ja klar! Aber Kinder mit geistiger Beeinträchtigung ausgerechnet auf einem Gymnasium? Sind die da nicht völlig außen vor? Und: Ist das nicht die totale Überforderung für die Lehrer?

Als Sabine und ich vor einigen Tagen wieder miteinander telefonierten, sagte sie: „Klappt überraschend gut! Wir haben einige Kinder in Klasse 5. Die sind richtig mittendrin! Auch im Schulorchester mit ganz einfachen Instrumenten. Mit weißen Hemden und Blusen und schwarzen Hosen. Wie alle anderen. Man kann sie gar nicht unterscheiden.

Ein Sonderpädagoge ist für sie da. Sie haben ihren eigenen Lehrplan. Malen im Englisch-Unterricht zum Beispiel Kärtchen aus, wo in großen Buchstaben „dog“ draufsteht oder „horse“ oder Ähnliches.

Es ist schön mit ihnen. Unsere schwierigen Schüler – das sind andere.
Und – stell dir vor! – man wird als Lehrerin sogar manchmal wieder umarmt!“

Inklusion tut gut! Uns allen!
Inklusion braucht Zeit und Begegnung! Lassen Sie sich drauf ein! Es lohnt sich!

Martina Bergmann
Martina Bergmann, Pfarrerin und zuständig für die Seelsorge mit Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen in der Netzwerk Diakonie und den Iserlohner Werkstätten

www.netzwerk-diakonie.de
www.iswe.de

 

2 Gedanken zu „Inklusion tut gut!

  1. Aoife

    Ich weiß nicht. Natürlich sollten Behinderte soweit integriert werden wie irgendwie möglich. Ich habe aber die Befürchtung, dass unter der Überschrift Inklusion nur Geld für eine spezifische Förderung geistig behinderter Kinder eingespart wird. Überfordert werden hier nicht die Lehrer, sondern die Kinder, die irgendwann merken, dass sie nicht mit den anderen mithalten können und sich dann ständig als minderwertig empfinden. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein. Hier wäre ein differenzierterer Ansatz vonnöten: Inklusion in Fächern, in denen tatsächlich gemeinsamer Unterricht – und nicht nur im gleichen Klassenzimmer sein – möglich ist, Schulorchester, Kunst, Musik und Sport, Theater AG könnten dafür Beispiele sein, und spezifische Förderung, währed die Klassenkameraden z.B. Kurvendiskussion und Gedichtinterpretation machen.

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