Wie geht es den Christen in Syrien?

Die Christen  in Syrien leben in einer ständigen Bedrohung. Es sind nicht nur die Anhänger des Islamischen Staates (IS), die Christen vertreiben, verschleppen und auf grausame Weise töten. – Von Dr. Christian Hohmann

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Auch andere islamistische Gruppen, wie z. B. die Al-Nusra-Front, terrorisieren die Christen: Mädchen und Frauen werden Opfer von Entführungen und sexueller Gewalt. Christliche Dörfer und Wohnviertel werden angegriffen, Kirchen und Klöster zerstört, allerdings auch durch die Truppen von Assad.

Dabei geht das Christentum in Syrien in frühchristliche Zeit zurück. In der Apostelgeschichte 13, 1-3 wird von der Gemeinde in Antiochien in Syrien berichtet. Leider haben nur wenige Christen in Westeuropa eine Vorstellung von der konfessionellen Vielfalt und dem Leben der Christen in Syrien.

Nach Angaben der Organisation „Kirche in Not“ lebten vor Ausbruch des Krieges noch 2,5 Millionen Christen in Syrien. Seither haben rund 700.000 Christen das Land verlassen. Viele der z. B. syrisch-orthodoxen Christen (Aramäer) aus dem Irak und aus Syrien sind in die Türkei geflohen. Dort werden sie z. B. im Umfeld der Klöster von aramäischen Christen versorgt. Doch auch hier werden Christen beruflich benachteiligt und als Minderheit diskriminiert. Daneben gibt es maronitische, chaldäische, römisch-katholische, melkitische, armenische und evangelische Christen, die aus ihrer syrischen Heimat fliehen, um ihr Leben zu retten. Denn der Krieg ist grausam und die Versorgungslage katastrophal.

Aber statt den Christen und anderen verfolgten Minderheiten zu helfen, schotten sich immer mehr europäische Länder generell gegen Flüchtlinge ab.

Diejenigen, die im Kriegsgebiet zurückbleiben, sind zumeist kranke und alte Menschen, einige Familien oder solche, denen die Mittel fehlen, um Schlepper zu bezahlen und die gefährliche Flucht anzutreten. Medienberichten zufolge haben sich inzwischen christliche Milizen gebildet, die den IS bekämpfen. Doch, während sich manche syrischen Kirchenführer eine Zukunft ohne Präsident Baschar-al-Assad nicht vorstellen können, wissen viele Christen vor Ort, dass das Assad-Regime für den Hass zwischen den einzelnen Konfessionen eine Mitverantwortung trägt und Gewalt auch gegen Christen verübt hat.

Hohmann_150Dr. Christian Hohmann, Regionalpfarrer des Amtes für MÖWe

4 Gedanken zu „Wie geht es den Christen in Syrien?

  1. Martin Albrecht

    Vielen Dank für den Hinweis auf die verfolgten Christen, derer sich z. B. OpenDoors in vorblidlicherweise annimmt. Richtig ist auch, dass die europäischen Länder – v. a. Deutschland – sich der verfolgten und geflüchteten Christen (warum andere Minderheiten, welche?) anzunehmen hat. Leider unterschlägt der Autor (wider besseres oder ohne Wissen?), dass gerade auch unter den Flüchtlingen in Deutschland viele sind, die in Syrien, Irak oder anderswo Christen verfolgt haben und hier immer noch verfolgen und bedrohen. Dies sollte man auch klar benennen, um nicht im Unverbindlichen zu enden. Hier muss(!!!) die Christenheit auch deutlichrwe werden, um nicht wieder wie in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit ihrem zustimmenden Schweigen schuldig zu werden.

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    1. Heinz-Hermann Haar

      Sehr geehrter Herr Albrecht,
      Ich finde Ihren Beitrag in weiten Teilen nur schwer erträglich.
      Zunächst ist sicherlich richtig, dass man Herrn Homann danken muss, auf eine schwierige Problematik aufmerksam gemacht zu haben. Aber schon Ihr zweiter Satz ist eine Diffamierung: „Leider unterschlägt der Autor (wider besseres oder ohne Wissen?), dass gerade auch unter den Flüchtlingen in Deutschland viele sind, die in Syrien, Irak oder anderswo Christen verfolgt haben und hier immer noch verfolgen und bedrohen.“ Woher wissen Sie das alles? Wenn Sie konkret etwas wissen, wäre es Ihre Aufgabe, dies zur Anzeige zu bringen, damit die Polizei sich darum kümmern kann.
      Es werden unter den in Deutschland aufgenommenen Flüchtlingen (Sie schreiben aber gleich von „vielen“!) solche sein können, die in Syrien Christen diskriminiert und verfolgt haben. Eine rechtsstaatliche Reaktion darauf wäre es, die Behörden aufzufordern, da, wo konkrete Vorwürfe gegen konkret Personen erhoben werden, diese zu verfolgen und zu klären. Es geht nicht um Gerüchte in einer Demokratie (viele), sondern um konkrete Nachweise in konkreten Fällen. Das (viele) bringt sie in die Nähe der Panikmache und Verallgemeinerung, um es freundlich zu sagen.

      Der Hinweis auf das Fehlverhalten auch der Christen im Deutschland des dritten Reiches ist für mich kaum erträglich. Wen wollen Sie damit in die Nähe der Schergen des III. Reiches bringen???? Solche Vergleiche verhöhnen auch immer wieder die unerträglichen Erfahrungen der Opfers der Nationalsozialisten. Sie werden auf lange Zeit unvergleichbar bleiben.

      In der Forderung, mit rechtsstaatlichen Mitteln syrische Flüchtlinge christlichen Glaubens, aber auch alle anderen, vor weiteren Diskriminierungen und Schikanen zu schützen und schuldig Gewordene herauszufinden, sind wir uns einig. So, wie Sie ihn formulieren, ist Ihr Artikel Beifall von einer Seite, auf die ich gerne verzichten würde.

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      1. Martin Albrecht

        Sehr geehrter Herr Haar,

        danke für Ihre Antwort. Ich sehe, wir sind uns weitgehend einig. Dass Sie von einem Demokraten keinen Beifall möchten, akzeptiere ich. Panikmache möchte ich nicht machen, mag sein, dass aber vieles, was z. B. Herr Kauder kürzlich gesagt hat oder was Prof. Dr. Dr. Vieweger in einem Beitrag mal erläuterte, unbequem ist – ich weiß aber, dass die Polizei sich sehr bemüht und ich bewundere die Arbeit unserer Polizei, die sicher nicht immer leicht ist. Gut, vielleicht habe ich zu scharf pointiert – zugegeben.
        Mein Hinweis auf das Fehlverhalten im 3. Reich vergleicht aber nichts. Historisch unterschiedliche Zeiten lassen sich nicht vergleichen, das Leiden anderer Generationen oder Menschen abzuwerten,ist für mich nicht möglich. Unsägliche Erfahrungen von Opfern kann man m. E. nicht gegeneinander ausspielen.
        Noch mal Danke für Ihre Antwort.

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  2. L.Hardt

    Es sind nur Regionen ,in denen Christen nicht Leben können! Aber warum können Muslime dann auch nicht in Ruhe leben? Sie nehmen ja unter Lebensgefahr die große Reise mit Umwegen in Kauf!
    Es gibt immer noch viele Deutsche , meißtens doch Christen, die in Syrien leben,leider ist ihnen aber der Weg ins Land versperrt!
    In Damaskus und auch in Aleppo leben Christen,natürlich mit Einschränkung! Auch in anderen Orten! Al hamdullilah! !
    Es ist nicht mehr so schön, aber wer keine andere Möglichkeit hat oder seine Wohnung nicht aufgeben will, bleibt im „Lande“
    So geht es den Menschen dort! Hoffentlich wird es bald anders/besser! Insch‘ Allah!

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