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Verordnete Dankbarkeit

Nach einer kurzen Phase der Euphorie, in der sich viele Deutsche daran berauscht haben, dass wir ja doch nett sein können – ein Gefühl, das wir seit dem Fußball-Sommermärchen 2006 fast vergessen hatten – kommt nun wieder unser alter Begleiter: die Angst. Schaffen wir das wirklich? In der „Flüchtlingsschwemme“ nicht zu ertrinken? Oder ist nun die Grenze erreicht? Hat die Kanzlerin Recht, wenn sie die Parole „Wir schaffen das“ ausgibt? Oder doch die Seehofers und Söders dieser Welt, die sich so sehr um unser Land sorgen, dass sie es am liebsten einzäunen möchten? – Von Nicole Schneidmüller-Gaiser

Dieses Foto entstand im Rahmen der Foto-Kampagne #hinsehen - Ein Projekt für Zivilcourage der Hagener Fotografin Beba Illic.

Nicht wegschauen! Dieses Foto entstand im Rahmen der Foto-Kampagne #hinsehen – Ein Projekt für Zivilcourage der Hagener Fotografin Beba Illic.

Keiner von uns musste bis jetzt wirklich auf irgendwas verzichten – die Hartz-IV-Sätze, die Rente, selbst die Bahnpreise sind stabil. Niemandem wurde eine vierköpfige Familie aus Syrien ins Eigenheim gesetzt; keiner hat seinen Job verloren, weil der qualifizierte junge Mann aus Eritrea den Job billiger macht. Und selbst das Straßenbild hat sich für die allermeisten von uns nicht wesentlich verändert; außer für die, die in Stadtteilen wohnen, die eh schon vernachlässigt wurden. Das darf man, das muss man kritisieren, denn es ist ungerecht, schwierig, gefährlich. Aber es hat nur am Rande mit den Migranten zu tun. Weiterlesen