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Kirchliche Bestattung – trotz Kirchenaustritt?

Jeder Mensch hat das Recht, seine Mitgliedschaft in der Kirche aufzukündigen, ohne seine Gründe dafür bekannt zu geben. Religionsfreiheit ist eines der Grundrechte, um das lange gerungen wurde. Dazu gehört auch die sogenannte negative Religionsfreiheit, das Recht, keiner Konfession anzugehören. Dass es in Glaubenssachen keinen Zwang geben kann, ist eine der Grundeinsichten evangelischen Glaubens! „Sine vi sed verbo“ „Ohne Gewalt, allein durch die Überzeugungskraft des Wortes“ hieß es in der Reformation. Und das gilt heute mehr denn je! – Von Dr. Albrecht Philipps bestattung_800Wer aus der Kirche austritt, gibt damit zu erkennen, dass er mit der Gemeinschaft in der Kirche und ihren Vollzügen nichts mehr zu tun haben möchte. Es kann daher grundsätzlich nicht sein, dass jemand, der zu Lebzeiten aus der Kirche ausgetreten ist, dann – möglicherweise gegen seinen Willen – kirchlich bestattet wird. Der Wunsch des Verstorbenen ist zu respektieren. Für die Angehörigen ist das sehr schwer, wenn diese eine seelsorgliche Begleitung und Bestattung mit Gebet und Segen wünschen. Hier ist aber der Wille des Verstorbenen bindend. Auch für einen Sterbenden ist es noch möglich, eine Änderung der Einstellung zum Glauben deutlich zu machen und den Wunsch einer kirchlichen Bestattung zu äußern. Dazu reicht ein Gespräch mit einem Seelsorger oder mit einer Seelsorgerin. Weiterlesen

Organspende aus christlicher Nächstenliebe

Ob der Zustand, in dem sich hirntote Menschen befinden, eher dem Leben oder eher dem Tod zuzurechnen ist, bleibt umstritten. Daher muss es dem einzelnen Menschen überlassen werden, ob er es mit seiner eigenen Würde als vereinbar betrachtet, als hirntoter Organspender zu fungieren. – Von Lars Klinnert

Foto: iStockphoto.com/BeyzaSultanDURNA

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Diese Entscheidung kann nur in einer sorgfältigen Güterabwägung zwischen berechtigten eigenen Interessen und der Hilfsbedürftigkeit anderer erfolgen.

Zwei Anliegen sind vielen Menschen aus nachvollziehbaren Gründen wichtig: Zum einen wünschen sie, das eigene Leben in einem friedlichen Prozess zu beenden; zum anderen fordern sie, auch aus Rücksicht auf die trauernden Angehörigen, einen würdigen Umgang mit dem noch lebendig erscheinenden Körper ein. Allerdings brauchen Christinnen und Christen an gelingendes Leben und gelingendes Sterben keinen überzogenen Integritätsanspruch zu stellen, weil sie darauf vertrauen können, dass Gott allein für ihr Heil sorgt. Dass an der Unversehrtheit des Leichnams nicht die biblische Auferstehungshoffnung hängt, ist ohnehin klar. Weiterlesen